Häusliche Gewalt

Ein Handzeichen im Videochat für Hilfe

Die soziale Isolation macht es Betroffenen von Häuslicher Gewalt schwer, Hilfsangebote zu erreichen oder sich jemandem anzuvertrauen. In Videoanrufen oder -konferenzen hilft ein von der Canadian Women's Foundation etabliertes Handzeichen, lautlos um Hilfe und eine gesicherte, vertrauliche Kontaktaufnahme zu bitten.

Betroffene halten die Handfläche zur Kamera, legen den Daumen in die Handfläche und umschließen schließlich mit den anderen Fingern den Daumen.

Wenn Sie das Handzeichen sehen

Wenn Sie wissen, dass jemand in unmittelbarer Gefahr ist, rufen Sie sofort die Polizei unter 110.

Ansonsten nehmen Sie auf einem sicheren Weg Kontakt zu der Person auf, die dieses Zeichen gemacht hat und finden Sie heraus, was Sie tun können. Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme können sein:

Rufen Sie die Person an und stellen Sie Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Hierdurch reduzieren Sie die Gefahr durch mithörende Täter. Sie können fragen:

  • „Soll ich die Polizei rufen?“
  • „Möchtest Du, dass ich Dir eine Schutzeinrichtung wie ein Frauenhaus heraussuche?“
  • „Kann ich in Deinem Namen eine Beratungsstelle kontaktieren, die Dir helfen könnte und Dich dann zurück rufen?“

Nutzen Sie schriftliche Möglichkeiten, um in Kontakt zu treten, zum Beispiel einen Messenger wie WhatsApp oder Telegram oder schreiben Sie eine E-Mail. Beginnen Sie hier mit allgemeinen Fragen, um das Risiko, dass jemand mitliest zu reduzieren. Die betroffene Person kann entsprechend reagieren. Sie können fragen:

  • „Was machst Du so?"
  • „Wie geht es Dir?“
  • „Melde Dich mal wenn Du Zeit hast.“

Sofern eine sichere Möglichkeit zum Austausch vorhanden ist, können Sie auch offene Fragen stellen und gemeinsam mögliche Wege besprechen. Beispielsweise könnte es zunächst ausreichen, auszumachen, dass Sie sich regelmäßig bei der Person melden, um nachzuhören, wie die Situation ist und so als Anker verfügbar bleiben. Oder Sie fragen, was Sie für die Person tun können.