Statistische Erfassung

Exakte Zahlen zu Femiziden in Deutschland zu finden, ist kaum möglich.  Zwar gibt es inzwischen Statistiken, wie beispielsweise die „Partnerschaftsgewalt – Kriminalstatistische Auswertung“ » des Bundeskriminalamtes, die seit 2015 jährlich vorgelegt wird, jedoch liegt der Fokus hier auf Gewalt innerhalb der Partnerschaft und nicht auf dem strukturellen Thema Frauenmord. Hieraus resultiert beispielsweise, dass Femizide außerhalb der Partnerschaft sowie Tatmotive nicht erfasst werden.  Die gerade erschienene Auswertung für 2019 weist 394 versuchte Tötungsdelikte innerhalb von Partnerschaften aus, 301 Betroffene sind weiblich – 117 Frauen starben.

Eurostat » wiederum liefert Daten zu vorsätzlichen Tötungen nach Geschlecht im europäischen Vergleich – wobei Deutschland bei der Anzahl getöteter Frauen je 100.000 Einwohner*innen stets in der oberen Hälfte, teilweise im oberen Drittel verortet ist. Da aber auch nicht jede Tötung einer Frau ein Femizid ist, ist auch diese Erfassung lediglich eine weitere Annäherung an die realen Zahlen.

Einzelne Organisationen oder Privatpersonen sammeln deshalb die durch Medien bekannt gewordenen Fälle von Femiziden und tragen sie zusammen, beispielsweise fasst One Billion Rising » die bekannt gewordenen Fälle 2019 mitsamt einer Karte zusammen.

Ein wichtiger Schritt wäre, dass die offiziellen bundeseigenen Statistiken den Femizid als solchen anerkennen und differenziert in den Zahlen ausweisen. Erst dann werden die Strukturen sichtbar, an denen angesetzt werden kann und muss.