Femizid – Was ist das?

Ein „Femizid“ ist ein Tötungsdelikt an einer Frau, ein Mord, Totschlag oder eine Körperverletzung mit Todesfolge, das maßgeblich mit dem weiblichen Geschlecht des Opfers in Zusammenhang steht.

Eine offensichtliche Form des Femizids ist der sogenannte „Ehrenmord“, bei dem der Tod einer Frau, welche dem Ansehen des Mannes oder der Familie geschadet habe, die „Familienehre“ wieder herstellen soll.

Die häufigste Form des Femizids fällt in den Bereich der Partnerschaftsgewalt. Diese Gewalt innerhalb von bestehenden oder Ex-Partnerschaften ist historisch gewachsen und beruht bis heute auf Besitzdenken sowie vermeintlichen Über- und Unterstellungsmerkmalen der Geschlechter. Etwa die Hälfte aller Femizide ist diesem Bereich zuzuordnen und auch viele „Ehrenmorde“ gehören in diesen Bereich.

Zuweilen geschehen Morde an Frauen aus Frauenhass, ohne dass Täter und Opfer in persönlicher Beziehung zueinander standen. So sahen sich beispielsweise die Attentäter von Halle, Winnenden, Christchurch und Toronto ausdrücklich vom Feminismus bedroht.

Eine in Deutschland weniger im Augenmerk liegende Form des Femizids ist die Tötung von Frauen in Kriegsgeschehen. Ziel ist es, die Kriegsgegner mental zu schwächen, Dominanz und Respektlosigkeit zu demonstrieren – die Tötung der Frauen dient als Mittel zum Zweck. 

Auch aufgrund frauenfeindlicher Haltungen sterben Frauen. Illegalisierte Schwangerschaftsabbrüche gehören dazu oder die Abtreibung von weiblichen Föten oder die Tötung geborener Mädchen, die weniger wert geschätzt werden als männliche Nachkommen.